Die Regeneration der Haut wirksam unterstützen – Teil 2

Probleme der Hautregeneration

Die Haut ist das grösste und leider auch das letzte Organ, welches mit Nährstoffen aus der Blutbahn versorgt wird. Daher ist es umso wichtiger, sie in ihren Funktionen zu unterstützen und von aussen mit den richtigen Nährstoffen zu versorgen. Zuerst müssen wir uns aber bewusst machen, wo das Problem liegt, damit wir zum richtigen Werkzeug – den Wirkstoffen – greifen können. Grundlegend sind drei Funktionen beeinträchtigt, wenn es um die Regeneration geht:

Verlust an Feuchtigkeit – Epidermis und Dermis verfügen über ein mehrfaches Schutzsystem, welches uns vor dem transepidermalen Wasserverlust (TEWL) bewahrt. Der Hydrolipidfilm hält nicht nur unerwünschte Keime ab und neutralisiert alkalische Substanzen, er verhindert auch, dass Feuchtigkeit über die Hornschicht verloren geht. Die Hornschicht bildet eine Barriere, verhindert so das unkontrollierte Eindringen von fremden Stoffen und hält das Feuchtigkeitsniveau in der Epidermis konstant. In der Dermis produzieren die Fibroblasten (Bindegewebszellen) neben Kollagen und Elastin die sogenannte Grundsubstanz, welche u. a. Hyaluronsäure und Glykosaminoglukane (GAG) enthält. Diese dienen als Feuchtigkeitsdepot.

Verlangsamte Zellerneuerung – mit jeder Zellteilung gehen Zellen verloren bzw. unter (siehe Kasten oben). In jungen Jahren macht sich das kaum bemerkbar. Mit zunehmendem Alter zeigt sich dies deutlich an der Hautoberfläche, denn die Epidermis erneuert sich nicht mehr so rasch. Daher heilen auch Wunden schlechter. Die Haut zeigt sich grossporiger und unregelmässig pigmentiert.

Funktionseinbusse der Fibroblasten – freie Radikale schädigen die Bindegewebszellen, diese liefern dann weniger qualitativen Baustoff wie: Tropokollagen, welches durch eine Synthese in eine der vier Kollagen-Arten umgewandelt wird, Elastin, welches für die Elastizität der Haut sorgt, sowie die für den Feuchtigkeitshaushalt wichtige Grundsubstanz.

Hilfe zur Selbsthilfe

Grundlage für die Hautregeneration ist ein intakter Hydrolipidfilm. Er gewährleistet eine gute Durchfeuchtung der Haut, sodass die Zellen ihre Funktionen erfüllen können. Sehr gute Helfer, um den Hydrolipidfilm zu unterstützen und zu regenerieren, sind Glycerin, Ceramide und Arganöl. Auf zu stark entfettende oder alkalische Produkte sollte gänzlich verzichtet werden. Zudem müssen wir die Zellteilung stimulieren. In diesem Bereich dürfen wir nur unterstützend wirken, denn wenn wir die Zellteilung bewusst herbeiführen, gelten die Wirkstoffe als Medikament und sind in der Kosmetik verboten. Wir können die Zellteilung jedoch anregen, indem wir Hornmaterial abtragen, z. B. mit einem chemischen Peeling, etwa mit Retinol oder mit Milchsäure. Das lässt die Haut nicht nur optisch wieder erstrahlen – „von unten“ kommen wieder frische, pralle Epidermiszellen nach. Ausserdem mildern wir mit dem Abtragen des abgestorbenen Hornmaterials die unregelmässige Pigmentation.

Antioxidanzien schützen die Fibroblasten nicht nur, Vitamin C dient ebenfalls als Nahrung für die Bindegewebszellen. Neben einem konsequenten Schutz vor Sonne und Elektrosmog helfen wir mit der Zugabe von konzentrierten Vitaminen, der Qualitätseinbusse von Kollagen und Elastin entgegenzuwirken. Hyaluronsäure ist mittlerweile in fast jedem Präparat enthalten, in unterschiedlichen Qualitäten und Molekülgrössen. Einfach vernetzte Hyaluronsäure wird sehr rasch von köpereigenen Enzymen abgebaut, daher ist hier auf eine Quervernetzung zu achten, um der Haut lang anhaltendes Volumen zurückzugeben.


Fortsetzung folgt. Lesen Sie im nächsten Teil mehr über die Hautbarrieren und den Alterungsprozess.

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