Sanft abgeschminkt – Teil 1

Mizellentechnologie – Gesichtsreiniger mit Mizellen liegen voll im Trend. Aber was ist das Besondere daran und sind sie für jeden Hauttyp geeignet? Dermatologin Dr. med. Christine Schrammek-Drusio erklärt, was es mit Mizellenlösungen auf sich hat.

Pflegerituale für Gesicht und Körper erfreuen sich bei Kunden grosser Beliebtheit. Sie probieren die verschiedensten Cremes und Seren aus, gerne auch alles übereinander. Das Interesse für eine gute und hauttypgerechte Reinigung ist dagegen leider meist nicht so ausgeprägt, wie es sein sollte. Das Thema „Reinigung und Abschminken“ vergessen Kunden entweder ganz oder fertigen es in einem möglichst schnellen Prozedere ab.

Kosmetikerinnen sind oft mit Kunden konfrontiert, die fragen, ob eine Reinigung mit normalem Wasser nicht ausreiche. Diese Frage ist ganz klar mit Nein zu beantworten. Denn auch wenn Kunden kein Make-up auftragen, legen sich im Laufe des Tages neben den Ausscheidungsprodukten Schweiss und Talg auch Staub und Partikel aus der Umwelt (also hautfremde Stoffe) wie ein Film auf die Haut. Dies sind mitunter auch fettlösliche Bestandteile, die sich mit dem Hautfett zusammenschliessen. Mit Wasser allein können diese nicht entfernt werden.

Zum Vergleich: Eine verschmutzte Pfanne lässt sich mit klarem Wasser auch nicht gründlich reinigen – bei der Gesichtsreinigung ist dies prinzipiell ähnlich. Eine gute Reinigung ist die Grundlage einer jeden Hautpflege und essenziell für die Wirkstoffaufnahme nachfolgender Produkte.

Was sind Mizellen?

Reinigungsprodukte enthalten Tenside. Das sind sogenannte wasch- und grenzflächenaktive Substanzen. Ab einer gewissen Konzentration (CMC = kritische Mizellbildungskonzentration) lagern sich Tenside in Wasser spontan zu kleinen, kugelförmigen Gebilden (Assoziationskolloide) zusammen. Das sind Mizellen. Sie haben einen fettliebenden (lipophilen) Teil, der sich innen in der Mizelle zusammenschliesst, und einen wasserliebenden (hydrophi-Augenlen) Teil, der sich aussen zum Wasser ausrichtet.

Die Moleküle haben dadurch die Fähigkeit, wasser- und fettlösliche Verunreinigungen zu binden. Sie lagern sich zusammen und richten sich auf der Hautoberfläche so aus, dass Schmutzpartikel angezogen werden.


Fortsetzung folgt. Lesen Sie im nächsten Teil mehr über die Mizellentechnologie. Gesamter Fachbeitrag von Dr. med. Christine Schrammek-Drusio, erschienen in der Fachzeitschrift Beauty Forum Swiss 01/2017.

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