Sonnenschutz: Beitrag Dr. med. Schrammek

HAUTPFLEGE – Sonnenstrahlen sorgen für gute Laune, Energie und Wohlbefinden. Sie sind für viele Körperfunktionen von Bedeutung, so auch für Mechanismen, mit denen die Haut in der Lage ist, einen Eigenschutz gegenüber UV-Strahlen aufzubauen. Aber ohne den richtigen Sonnenschutz und die richtige Pflege kann es unangenehm werden!

Wie hoch der ausgewählte Lichtschutz sein sollte, richtet sich immer auch nach der Eigenschutzzeit der Haut. Sie ist abhängig vom Pigmenttyp. Von Natur aus helle Haut (keltischer Hauttyp) hat beispielsweise eine wesentlich kürzere Eigenschutzzeit als dunklere Haut (mediterraner Hauttyp).

Es gilt: Je heller der Hauttyp, desto höher sollte der verwendete SPF sein.

Lichtschutzprodukte können den hauteigenen Schutz verlängern und geben durch den deklarierten SPF (Sun Protection Factor) bzw. LSF (Lichtschutzfaktor) an, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit der Haut multipliziert, d.h. wie lange man in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.
Ein Rechenbeispiel: Wenn die Eigenschutzzeit der Haut fünf Minuten beträgt und der verwendete Lichtschutz 30, kann man 150 Minuten (zweieinhalb Stunden) in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.

Lichtschutz lässt sich mittlerweile mit innovativen Produkten einfach und unkompliziert in den Alltag integrieren. Intelligente Produktkonzepte fungieren als “On-top-Produkte“, d.h. sie werden genau dann eingesetzt, wenn UV-Schutz gewünscht ist. Sie werden ganz individuell auf den Tagesablauf abgestimmt aufgetragen – sogar einfach über der gewohnten Pflege, ohne die Haut permanent mit UV-Filtern „zu belasten“. Ein tolles Hautgefühl kann durch sorgfältige Formulierung eingestellt werden, so – dass die Produkte schnell einziehen und nicht kleben. Präparate, deren Hautverträglichkeit dermatologisch bestätigt wurde, eignen sich besonders für empfindliche Haut.
Selbst unreine Haut braucht sich vor zu öligen Sonnenschutzprodukten nicht mehr zu fürchten. Ölfreie Formulierungen wie Gele und Sprays bieten heute durch moderne Wirkstoffe und Formeln den gleichen Schutz wie Emulsionen. Sonnenschutz sollte abends gründlich von der Haut entfernt werden. Eine gründliche Reinigung sollte ohnehin ein wichtiger Pfeiler der täglichen Pflegeroutine sein.

Beach-Beauty-Konzept
Zum reinen UV-Schutz kommt hinzu, dass der Fokus immer mehr auf zusätzlichen Aktivstoffen liegt. SPF allein reicht nicht mehr aus. Produkte mit umfassendem Wirkkomplex sind auf dem Vormarsch: Sie bieten zusätzlichen Schutz vor freien Radikalen, Elastizitätsverlust und lichtinduzierter Hautalterung sowie eine starke Feuchtigkeitsversorgung. Denn die energiereichen UV-B-Strahlen lösen zwar Sonnenbrand aus, am schnellsten altert die Haut jedoch durch den UV-A- und Infrarot- (IR-A-) Anteil der Sonnenstrahlen.

Zum Schutz vor UV-Strahlen werden wirksame Lichtfiltersubstanzen eingesetzt, die die Strahlen für die Haut unschädlich machen. Physikalische Filter wie z.B. Titandioxid oder Zinkoxid reflektieren das Sonnenlicht – optisch hat dies den Effekt, als ob man mit weisser Farbe eingecremt worden wäre, es sei denn die Filter liegen als Nanopartikel vor. Kosmetisch angenehmer sind chemische UV-Filter, welche in die Haut eindringen und das UV-Licht absorbieren, um es in Wärmeenergie umzuwandeln.

Wirkstoffe
Für den Schutz vor aggressiven freien Radikalen und Elastizitäts- sowie Feuchtigkeitsverlust gibt es unterschiedlich wirksame Aktivstoffe, z.B. einen Infrarotschutzkomplex aus dem Vogelknöterich. Alterungsprozessen, die durch Infrarotlicht induziert werden, kann damit wirksam entgegengewirkt werden. Durch oxidativen Stress und die starke Hitzeeinwirkung würden sich ohne Schutz ROS (reactive oxygen species) bilden, was die Synthese des Enzyms Matrixmetallproteinase-1/Kollagenase-1 und damit den Abbau von Kollagen zur Folge
hätte.

Die speziellen Wirkstoffe können durch ihre innovativen Mechanismen IR- und hitzeinduzierter Bildung von MMPs (Matrix-Metalloproteinasen) und Faserabbau effektiv vorbeugen. Vitamin E bietet daneben antioxidativen Zellschutz und regeneriert. Als Feuchtigkeitsspender und -speicher kann Hyaluronsäure fungieren. Sie mindert Trockenheitsfältchen, bewahrt die Spannkraft und die Haut erscheint durch das hohe Wasserbindevermögen frisch und prall.

Auch mit geeignetem Sonnenschutz und ergänzender Pflege muss die Einwirkung der Sonnenstrahlen begrenzt werden. Die durch den Lichtschutzfaktor bestimmte maximale Schutzzeit kann durch mehrmalige Anwendung des Sonnenschutzmittels („Nachcremen“) nicht verlängert werden. Die Eigenschutzzeit der Haut kann nur einmal in 24 Stunden ausgenutzt werden. Die Haut braucht danach Zeit, um sich zu erholen und zu regenerieren. An dieser Stelle kommen die professionelle Behandlung der Kosmetikerin und geeignete Heimpflegeprodukte ins Spiel.

Als Heimpflege sollten Sie Produkte für eine sanfte Cleansing-Routine empfehlen. Feuchtigkeitsspendende Cremes und Seren spielen bei der sonnenverwöhnten und dadurch oft leicht trockenen Haut eine grosse Rolle.
Feuchtigkeitsampullen und erfrischende Masken in sonnenstarken Monaten in die tägliche Pflege integrieren. Augenpflege mit hohen Anteilen an Feuchtigkeitsspendern und hautähnlichen Lipiden (Ceramiden) einsetzen (zur intensiveren Kühlung im Kühlschrank aufbewahren).


Die Autorin Britta Heilmann ist Dipl. Ing. für Kosmetiktechnologie und Kosmetikerin.
Ihre Verantwortlichkeiten bei der Dr. med. Christine Schrammek Kosmetik GmbH liegen im Bereich Produktentwicklung, Dokumentation und Qualitätssicherung.

Dieser Artikel ist im Rahmen des Dossier Sonnenkosmetik in der Beauty Forum 04-2018 erschienen. 

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